26. Kapitel – In Gefangenschaft

I.

Mit einem Krachen setzte der Mann den Kasten ab. Im Inneren – immer noch in dem Netz, in dem sie gefangen worden war, verheddert – flog Edwige von einer Ecke der Kiste zur anderen. Vergeblich versuchte sie, Halt zu finden – die Innenwände der Holzkiste waren glatt und die Katze konnte sich nirgends festkrallen. Obwohl der unsanfte Aufprall ihr wehgetan hatte, schaffte sie es, keinen Laut von sich zu geben. Der Mann sollte nicht merken, dass sie sich fürchtete oder dass sie Schmerzen hatte.

Durch die Ritzen der Kiste, die nicht nur etwas Luft, sondern auch alle Geräusche durchließen, hörte Edwige ein metallisches Scheppern wie von Eisenstangen, die aneinanderstießen. Der Mann musste sich verletzt haben – jedenfalls stieß er einen lauten Schrei gefolgt von Flüchen aus.

Schließlich packte er den Kasten wieder, stellte ihn hochkant auf und öffnete den Riegel, den Merlin und Leo vorhin nicht hatten aufschieben können. Mit einer blitzschnellen Handbewegung ergriff er das Netz, in dem er Edwige gefangen hatte, und warf es mitsamt der Katze in einen großen Käfig, dessen Tür er blitzschnell zuschlug, dass es nur so klirrte.

Edwige gelang es, obwohl immer noch in dem Netz verfangen, in die hinterste Ecke des Käfigs zu robben. Von dort starrte sie den Mann mit riesig aufgerissenen, schwarzen Augen an, ohne zu blinzeln.

Obwohl in dem Raum nur ein dämmriges Halbdunkel herrschte, sah sie nun – zum ersten Mal! – ihren Entführer. Er saß – offenbar an der Katze nicht weiter interessiert, denn er blickte nicht zu Edwige – in der Hocke vor dem Käfig und kramte in einer abgewetzten Tasche, die vor ihm lag. Daraus zog einen kleinen Gegenstand, der im Dämmerlicht metallisch glänzte – einen Schlüssel? Edwige konnte es nicht genau erkennen.

Sie richtete ihren Blick wieder auf den Mann: selbst am Boden hockend erschien er ihr riesig. Aufgerichtet musste er fast zwei Meter messen. Das schüttere Haar war von grauen Strähnen durchzogen – jung war der Mann nicht mehr. Dazu war er hager, mit kräftigen, sehnigen Händen. Edwige schüttelte es, wenn sie daran dachte, was diese Hände ihr antun konnten. Das Gesicht des Mannes ließ keinen Zug des Mitgefühls erkennen.

Edwige stieß ein leises, aber deutliches Fauchen aus. Der Mann sollte merken, dass sie, so misslich ihre Lage auch war, keine Furcht verspürte – obwohl das Gegenteil der Fall war: die Katze zitterte am ganzen Leib. Hoffentlich bemerkte der Mann es nicht! Was wollte dieser Mensch von ihr? Es konnte nichts Gutes sein …

Blitzartig spannte Edwige alle Muskeln an, verlegte ihr Gewicht auf die Hinterbeine und fuhr ihre Krallen aus. Denn der Mann war nun aufgestanden und kam auf dem Käfig zu! Sollte er die Tür öffnen und Edwige greifen wollen, würde sie ihm direkt mit gezückten Krallen ins Gesicht springen!

Indessen schien sich der Mann weiterhin nicht für Edwige zu interessieren. Ohne die Katze eines Blickes zu würdigen, ging er an dem Käfig vorbei und begann, in einer an der Wand hinter dem Zwinger stehenden Kommode zu wühlen. Nach kurzer Zeit hatte er gefunden, wonach er suchte – ein zusammengerolltes Seil, das in einen länglichen Griff mündete.

Edwige erstarrte: es handelte sich um eine geflochtene Karbatsche, die der Mann aus einer der Schubladen geholt hatte!

Der Mann entrollte die Peitsche, hob das Foltergerät in die Höhe und schlug es mit voller Wucht der Länge nach auf dem Boden. Der Knall ließ Edwige einen Satz nach hinten machen – klirrend krachte sie gegen die Gitterstäbe des Käfigs. Die Katze schloss die Augen. Was auch immer der schreckliche Mann vorhatte – sie wollte es nicht sehen.

Anstatt aber weiter mit der Peitsche zu knallen, begann der Mann zu sprechen.

„Nun habe ich Deine Aufmerksamkeit, denke ich“, sagte er. „Die Peitsche kennt Ihr alle, nicht?“ Er fixierte Edwige mit seinem stahlharten, grausamen Blick. „Ich weiß, dass Du mich verstehst, meine Liebe. Ich habe gesehen, wie Du mit der Geige umgehst – da soll keiner behaupten, Du sprichst unsere Sprache nicht. Du bist nicht die erste Katze dieser Art, die ich fange.“

Edwige schluckte. Der Mann schien sie besser zu kennen, als ihr lieb war.

„Ich will Dir einen Handel vorschlagen. Nimmst Du ihn an, so wirst Du weiterleben. Lehnst Du ab, dann …“ Der Mann zog das letzte Wort drohend in die Länge und zog die Peitsche langsam durch seine geschlossene Hand. Dann schlug er damit ein weiteres Mal aus, dass es nur so knallte!

„Ich denke, Du hast verstanden, was ich meine“, sagte er leichthin. Der Kontrast der Stimme zu seinem brutalen Verhalten ließ Edwige erschauern.

„Nun zu unserem Handel“, fuhr er fort. „Du spielst weiter Geige, genau wie vorhin auf dem Platz in Florenz. Wir werden Konzertreisen durch ganz Italien veranstalten! Solange ich damit Geld verdiene, ist alles gut. Aber wenn nicht …“ Der drohende Unterton des Mannes ließ keinen Zweifel an dem, was dann passieren würde.

„Geig’ also immer recht fein und sauber und begeistere unser Publikum – dann werden wir uns prächtig verstehen.“

Der Mann griff nun nach einem kleinen schwarzen Gegenstand, den er beim Betreten des Raumen in der Nähe der Tür abgestellt hatte – Edwiges Geigenkasten! Er öffnete die Käfigtür einen winzigen Spalt weit – gerade genug, um den Geigenkasten hineinzuschieben. Scheppernd knallte das Türchen wieder zu, hängte das Schloss ein und drehte den Schlüssel, den er danach wieder in der Tasche verschwinden ließ, um.

Dann schickte sich an, den Raum zu verlassen. Bevor er die schwere Türe mit einem Krachen ins Schloss warf, hängte er die Karbatsche über einen in der Tür steckenden Nagel und rief Edwige zu: „Falls Du übrigens etwas fressen willst, solltest Du bald mit dem Üben anfangen. Ich will etwas von Deiner Kunst hören! Schließlich muss ich genau wissen, was ich den Zuhörern anpreisen kann. Vergiss nicht – Paganini ist so zum besten Geiger der Welt geworden.“ Unter schaurigem Gelächter, das durch die steinerne Treppe bis in Edwiges Gefängnis hallte, entfernte sich der Mann.

Edwige atmete auf. Der Mann war fort! Obwohl ihre Lage verzweifelt war, war doch die Tatsache, den grausigen Menschen nicht mehr in ihrer unmittelbaren Nähe zu haben, eine Erleichterung. Doch er würde wiederkommen. Was konnte sie tun? Wie konnte sie entkommen?

Zitternd und mit vom Angstschweiß nassen Pfötchen lief Edwige von einer Ecke des Käfigs in die andere. Ihr Gefängnis war etwa einen Meter lang und einen Meter breit. Vorsichtig prüfte die Katze die Gitterstäbe. Nur keinen Lärm machen! Sie wollte auf keinen Fall, dass der Mann, vom Klirren der Stäbe angelockt, zurückkam… Die Stäbe gaben indes keinen Millimeter nach. Die Gittertür war fest verschlossen – ein kleines Vorhängeschloss sicherte den Riegel, der man sonst einfach hätte zurückschieben können.

Durch die Stäbe hindurch spähte die Katze in den Raum. Vielleicht bot sich dort eine Möglichkeit zur Flucht? Direkt gegenüber war die Tür, durch die der Mann aus dem Verlies verschwunden war: eine dicke, schwere Holztür, mit Querbalken mehrfach verstärkt. Außer zwei kleinen Luken, die seitlich unter der Decke etwas dämmriges Licht in den Raum fallen ließen, gab es keine Lichtquellen – und keine weiteren Ausgänge. Der Boden bestand aus festgestampfter Erde, die Wände schienen die aus aufgeschichteten und unverputzten rohen Steinen bestehenden Außenmauern des Hauses zu sein, zumindest soweit dies zu erkennen war – Holzregale, die über und über mit alten Konservengläsern, Dosen, Kartons und Krimskrams befüllt waren, verdeckten die Wände teils bis zur Decke hinauf. Die Luft in dem Raum war kühl und feucht; es roch etwas muffig.

Edwige musste im Keller eines uralten Gemäuers gefangen sein.

Die Katze warf sich auf den Boden und schlug ihre Tatzen über den Kopf. Sie saß in der Falle! Wenn nicht ein Wunder geschah, war sie dem Katzenfänger mit seiner Peitsche schutzlos ausgeliefert! Es musste doch einen Weg nach draußen in die Freiheit geben! Wo waren nur Merlin und Leo? Hatte der Mann sie entdeckt und neutralisiert?

Edwige schüttelte sich. Es half nichts: sie musste einen Weg aus diesem Käfig und dem Keller herausfinden – notfalls auch ohne die Hilfe ihrer Freunde. Sie durfte sich von der Angst vor dem Mann nicht lähmen lassen!

Die Katze nahm all ihren Mut zusammen und atmete mehrmals tief ein und aus. Sie musste einen klaren Kopf bewahren – sie durfte sich nicht von ihrer Angst übermannen lassen.

Fieberhaft überlegte Edwige. Dem Mann schien es vorerst darauf anzukommen, mit der geigenden Katze Geld zu scheffeln. So lange dieser Plan aufging, hatte er im Grunde keinen Anlass, Edwige etwas anzutun. Vorerst war es daher vermutlich das Klügste, sich zum Schein auf den „Handel“ des Mannes, wie dieser ihn nannte – tatsächlich war es nichts anderes als eine Erpressung – einzulassen und so zu tun, als ob sie sich auf ihr Geigenspiel, das der Mann vermarkten wollte, konzentriere.

Das musste ihr Plan sein: den Mann in Sicherheit wiegen – und Zeit gewinnen. Mit der Zeit würde sich eine Gelegenheit zur Flucht ergeben!

Edwige ließ die Klappverschlüsse des Geigenkastens aufschnappen und zog ihre Geige hervor. Ihre arme Geige! Eine Saite war vom Steg heruntergesprungen, aber zum Glück nicht gerissen. Edwige drehte den Wirbel heraus und zog sie Saite wieder auf. Die gewohnten Handgriffe, die Normalität vortäuschten, gaben Edwige Halt.

Dann zupfte sie an den Saiten und stimmte das Instrument notdürftig. Ihr war überhaupt nicht nach Geige spielen zumute – aber es musste sein. Seufzend nahm sie ein Notenblatt aus dem Geigenkasten. Dann begann sie, mit zittrigen Fingern eine Tonleiter zu spielen.

II.

Die Sonne war als rotglühender Ball hinter den Feldern verschwunden. Nachdem das Purpur des Himmels einem tiefen Blau gewichen war, die Zypressen vor dem Haus sich in Dämmergrau gekleidet und die Grillen ihr allabendliches Konzert angestimmt hatten, war Merlin lautlos aus seinem Versteck geschlüpft, über die Seitenplanke des Lieferwagens geklettert und auf den mit Kieselsteinen ausgelegten Weg gesprungen, der zum Haus führte. Dabei hatte er nur ein kaum hörbares Knirschen der Steine verursacht. Lange Jahre in den Katakomben der Pariser Metroschächte, die nachts totenstill werden, hatten ihn gelehrt, wie man auf Kieselgrund läuft, ohne ein Geräusch zu verursachen.

Als Merlin in Richtung des Hauses schlich, flüsterte Leo, die im Pelz des Katers festgeklammert saß, ihm zu: „Lass uns zunächst das Grundstück und die Lage des Hauses inspizieren. Danach erst sollten wir uns nach innen wagen – was meinst Du?“

Merlin nickte. „In das Haus würde ich auf keinen Fall hinein wollen – vorerst jedenfalls nicht. Ich möchte nur einen Blick hineinwerfen.“

Auf Samtpfoten schlich der Kater, wegen seiner alten Verletzung immer noch etwas humpelnd, an der Hauswand entlang. Verdeckt von den zahlreichen Blumentöpfen und Stauden, die an der Wand gepflanzt waren, näherte er sich immer mehr der Haustür!

Vor Einbrechern schien der Bösewicht, der hier wohnte, jedenfalls keine Angst zu haben. Die Tür stand sperrangelweit offen – vorsichtig näherte sich Merlin der Tür, eng an die Hauswand gedrückt. Als er einen vorsichtigen Blick um die Ecke werfen wollte – direkt in das Haus des Übeltäters, der Edwige entführt hatte – flatterte etwas über ihn hinweg. Erschreckt warf sich Merlin zu Boden – gleichzeitig ertönte ein heiseres Krächzen: „In Deckung! In Deckung!!“

Leo sprang aus Merlins Pelz und rettete sich hinter einen Stein, der gleich neben der Hauswand lag. Die Augen weit aufgerissen sah sie einen mit den Flügeln schlagenden Papageien, der offenbar soeben aus der Haustür hervorgeschossen, über sie hinweggeflogen und dann mitten auf dem Kiesweg gelandet war.

Merlin drehte sich zu dem Vogel um und fauchte ihn wütend an. Dass dieses Federvieh ihnen Angst eingejagt hatte, war im Grunde eine Schande! Dennoch war es mit Vorsicht zu behandeln – konnte es doch dem Entführer möglicherweise verraten, dass sie hier waren. Leise, aber deutlich drohend knurrte Merlin dem Papageien zu: „Verschwinde! Lass uns in Ruhe!“

Der Papagei marschierte indessen direkt auf den Kater zu und trompetete, während seine Vogelkrallen auf dem Kieselweg klapperten: „Eindringlinge! In Deckung! In Deckung!“

Als er kurz vor dem vor Wut schäumenden und mit der Tatze nach ihm schlagenden Kater stand, riss der Vogel die Flügel auseinander und flatterte aufs Dach – genauer in die Regenrinne, die er mit seinen Krallen traktierte, während er weiter lauthals krakeelte.

Von dem Vogelgeschrei angelockt trat nun der Mann aus der Haustür heraus. „Dukat, halt den Schnabel“, schnauzte er den Vogel an. „Oder gibt’s irgendwas zu melden?“

Misstrauisch sah sich der Mann um. Der Kiesweg, die Einfahrt bis zum gusseisernen Tor, welches der Mann nicht wieder geschlossen hatte, der von Blumenkübeln im Halbrund eingefasste Platz vor dem Hauseingang – alles schien unberührt. Dass Merlin und Leo zusammengekauert direkt hinter ihm an der Hauswand saßen und zitterten, bemerkte der Mann nicht. Er hob einen auf dem Weg liegenden Zypressenzapfen auf, zielte kurz und warf ihn auf den Papageien. Das Geschoß verfehlte den Vogel nur knapp – dieser flog auf, flatterte pikiert in eine der Zypressen und brachte dort zeternd sein Gefieder in Ordnung.

„So, nun weißt du, warum du schreist! Ich gebe Dir eine Minute, danach will ich Ruhe haben,“ sagte der Mann drohend. Er ging ins Haus zurück und schlug die schwere Haustür hinter sich zu.

Der Vogel verstummte. Offenbar wusste er, dass man die Befehle des Mannes lieber befolgte. Deutlich leiser krächzte er „Giuseppe ist sauer! Giuseppe ist sauer!“ – und fügte hinzu „Dukat ist auch sauer!“ Dann flog er auf den Wipfel der höchsten Zypresse, steckte seinen Kopf unter einen Flügel und schlief ein.

Die Dämmerung war der Nacht gewichen, aber der Mond schickte sich bereits an, kugelrund hinter den Hügeln aufzugehen. Die Umrisse des Hauses hoben sich deutlich gegen den klaren Nachthimmel ab.

Paesaggio_Toscano

Photographer: Fiorella De Marco CC BY-SA 2.0 it https://commons.wikimedia.org

Merlin atmete auf. Der Mann war vorerst verschwunden und der verräterische Papagei würde bis zum Morgengrauen keinen Ton von sich geben. Lautlos erhob sich der Kater, Leo in seinem Nackenpelz festgeklammert. Links von ihnen lag die Einfahrt und der Vorplatz des Hauses. Rechts war das Haus – gleich neben ihnen war die Tür, nun allerdings verschlossen. Vorsichtig schlich Merlin an der Tür vorbei und weiter an der Hauswand entlang. Diese führte Merlin und Leo noch mehrere Meter an dem gekiesten Weg entlang – dann standen sie im Feld und blickten über die hügelige Landschaft der nächtlichen Toskana ins Weite. Das Anwesen lag auf einem der Hügel, so dass sich ihnen ein grandioses Panorama bot. Allerdings stand weder Merlin noch Leo der Sinn danach.

Durstig atmeten sie die kühle, feuchte Nachtluft ein, fassten ob der Schönheit der Landschaft etwas Mut, und wendeten sich nach links, um zur Rückseite des Gemäuers zu kommen. Auch im Dämmerlicht sah man, dass das Anwesen schon längere Zeit nicht mehr gepflegt worden war. Die lose aus Natursteinen aufgeschichteten Mauern bröckelten allenthalben, Moos und Efeu hatten in den Zwischenräumen eine Bleibe gefunden. Die Balken des Dachs bogen sich gefährlich nach innen. Das Haus musste Jahrhunderte alt sein – und ebenso lange nicht mehr renoviert worden sein. Unrat häufte sich an der Wand hinauf; Fässer, ein eisernes Bettgestell, Schleifsteine sowie verrostendes Werkzeug hatten hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Als sie durch das hohe Gras an der hinteren Hauswand entlangstreifen wollte, vernahmen die beiden ein Geräusch – ein langgezogener, klagender Ton, der wie ein Weinen die Luft durchzog. Leo erstarrte. Es war Edwiges Geige, die das Klagelied sang – Edwige musste in unmittelbarer Nähe sein!

Fieberhaft nach einem Eingang suchend lief Merlin an der Hauswand entlang. Da! Ein winziges Kellerfensterchen, fast nur eine Luke, tat sich links an der Hauswand auf. Ein etwas breiterer Schlitz im Mauerwerk direkt daneben sollte offenbar für die Belüftung des dahinterliegenden Raumes sorgen, da er nur mäßig hoch, aber deutlich breiter war. Vergittert war der Spalt nicht – ein Mensch hätte nicht hindurchgepasst. Eine Katze hingegen schon! Ohne zu zögern steckte Merlin seinen Kopf durch die schmale Öffnung und sah, dass tief unter ihm sich ein Kellerraum erstreckte.

Leo rief leise – mitten in die Klagelaute der Geige hinein, die jetzt ganz klar und deutlich zu hören waren – „Edwige? Bist Du da? Edwige!“

Das Geigenspiel setzte aus. „Leo?“ rief ungläubig die Katze. Und dann lauter: „Leo? Merlin?“

Mit vor Erregung rauer Stimme flüsterte Merlin: „Edwige, wir sind hier oben am Fenster! Wir kommen jetzt zu Dir!“

zur Fortsetzung

Contraluz_(5194141447)

By Andrés Nieto Porras (Contraluz) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

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